Liebe Kickers Familie,
im Fußball hat sich die Rolle des Torwarts im Laufe der Jahre grundlegend gewandelt. Der Torhüter ist zu einer der zentralen Positionen auf dem Spielfeld geworden. Eben diese Änderung und die damit einhergehende neuen Anforderungen sowie Chancen für junge Torhüter müssen speziell im Training mit einbezogen werden. Eine Interessante Zahl vorweg: In der Bundesliga hat ein Torwart im Spiel von 90 Minuten ungefähr 30 Ballkontakte im Schnitt. Die Wiederholungszahl ist sehr gering.
Insbesondere in kleineren Vereinen trainieren alle Kinder jegliche Spielposition gemeinsam. Dabei kommen hoffentlich alle Spieler zu vielen Ballkontakten und nehmen aktiv am Geschehen teil. Leider gilt das nicht immer für alle. Oft gibt es einen Spieler, der kaum Ballkontakte hat, selten ins Spiel eingreift und wenn doch, nicht die Aufmerksamkeit oder Unterstützung erhält, die er benötigt. Dieser Spieler steht oft eher abseits, obwohl er immer dabei ist – der Torwart.
Historisch lässt sich diese „Außenseiterrolle“ wahrscheinlich durch die Tatsache erklären, dass die Position des Torwarts sich jahrzehntelang vornehmlich beschränkt hat auf die Aufgabe „den Kasten sauber zu halten“. Oft wird der schwächste Spieler einer Mannschaft zum Torwartdasein verdammt.
Doch durch Spieler wie Manuel Neuer hat die Rolle des Torwarts eine Revolution erfahren.
Der Torwart als Feldspieler in der Jugend
Der moderne Torwart ist im heutigen Fußball der letzte Feldspieler einer Mannschaft und greift verstärkt in das Spielgeschehen ein. Demzufolge muss heute der Torhüter auch zusammen mit den Feldspielern in Spielformen und Technikübungen trainiert werden, um seine Fähigkeiten in Spielsituationen zu verbessern. Besonders in jungen Jahren sollte er demzufolge nicht ausschließlich im Tor stehen, sondern auch als Feldspieler aktiv am Spiel teilnehmen, um ein besseres Verständnis für den Spielverlauf zu entwickeln. Durch die angeeignete Spielaufbaukompetenz kann der moderne Torwart sich als elfter Feldspieler in sein Team einbringen. Der eigenen Mannschaft wird somit ein wesentlicher taktischer Vorteil verschaffen. So sollten junge Torhüter speziell im Kleinfeld immer wieder auch in “normalen” Spielen im Feld spielen. Sei es in der eigenen Mannschaft oder in der „zweiten“ bzw. einer anderen Mannschaft im Verein. Es wird gemeinhin anerkannt, dass Manuel Neuer ohne Probleme als Feldspieler in einer der ersten beiden Bundesligen mitspielen könnte.
Doch zusätzlich zu diesem Training als Feldspieler ist eine weitere, spezifische Ausbildung unabdingbar, die im regulären Training kaum stattfinden kann. Der Torwart ist der einzige Spieler, der den Ball innerhalb des Feldes mit den Händen berühren darf. Dies verändert sein Spiel grundlegend. Daher benötigen Torhüter eine spezielle Ausbildung, um die Angst vor dem Ball zu überwinden, die richtige Fangtechnik zu erlernen und ihre Positionierung im Strafraum zu verbessern. Denn, wie häufig sieht man einen Torwart den Ball abklatschen und ein Tor im Anschluss?
Das Spezialtraining
Ein professionelles und auf den Torwart zugeschnittenes Training ist unerlässlich, um seine Fähigkeiten zu verbessern und ihn auf seine einzigartige Rolle im Team vorzubereiten. Dies umfasst nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch taktische Aspekte. Dazu zählen die Organisation der Verteidigung, die Kommunikation mit Mitspielern während des Spiels sowie die Unterstützung der Mannschaft bei Standardsituationen.
All das möchten wir in unserem Torwarttraining verbessern, indem wir die jungen Kicker im Einzeltraining oder Kleingruppentraining anleiten und individuell coachen.
Nachfolgend noch ein interessanter Beitrag vom ZDF zu dieser Thematik
Euer Jonas


