Rasenmähereltern

Liebe Kickers Familie,

heute tauchen wir zum ersten mal in ein außer-sportliches Thema ein. Ein Thema über Fürsorge von Eltern, die gut gemeint ist, allerdings zu einem anderen Ziel bei den Kindern führt. All das hat Auswirkungen auf Schule und das spätere Leben der Spieler.

Sowohl als Eltern als auch als Trainer ist es uns ein zentrales Anliegen, das Wohlergehen unserer Kinder zu gewährleisten und ihnen die bestmögliche Ausbildung zukommen zu lassen. Beschützen wir Kinder in ihrer Entwicklung allerdings zu sehr, kann das negative Folgen auf deren Persönlichkeit haben.

 

Der Begriff “Helikopter-Eltern” ist heutzutage in Schulen allgegenwärtig. Er beschreibt Eltern, die sich intensiv in das Leben ihres Kindes einbringen und wie ein Helikopter über ihnen schweben, um sie vor sämtlichen Gefahren zu bewahren. Doch nun scheint eine neue Stufe erreicht: Die “Rasenmäher-Eltern”. Hier „mähen“ die Eltern förmlich alle Hindernisse im Weg ihres Kindes wie ein Rasenmäher weg. Erwachsene lösen unmittelbar Konflikte oder reden eigene Fehler der Kinder klein. All das noch bevor das Kind die Möglichkeit hat, aus Fehlern zu lernen.
Diese Bemühungen finden natürlich mit den besten Absichten statt.

Dadurch werden die Kinder zunehmend unselbstständiger, können ihre Impulse und Emotionen schlechter kontrollieren und haben eine geringere Frustrationstoleranz.

 

Genau diese Chance Fehler machen zu dürfen und darin Erfahrungen zu sammeln, wie eine andere, bessere Lösung ausgesehen hätte ist kann ohne gravierende Folgen im Fußball ausgetestet werden. Scheitern gehört zum Lernprozess dazu und ist im Sport, wo es den Reiz eines Siegers gibt, unumgänglich.

Auch gehört es dazu in dem Mannschaftssport, wie z. B. Fußball, für den Mitspieler für Fehler geradezustehen. Der Stürmer oder der Torhüter kann in der einer Aktion zum Helden oder zum Buhmann werden. Genau das macht es doch so spannend. Alles ist möglich und beides gehört dazu. Der Spieler und die Mannschaft ist verantwortlich sich aus möglicherweise unangenehmen Situationen lösungsorientiert zu befreien. Weder Trainer noch Eltern können mit einem Controller die vielen schnellen Entscheidungen für alle Spieler auf dem Feld treffen. In dem Moment müssen wir die Kinder loslassen und ihre eigenen Erfahrungen machen lassen. Sollte es schief gehen, gilt es bei Bedarf gemeinsam eine Lösung zu finden und das nächste Mal härter zu arbeiten, um das Ziel zu erreichen. Unabhängig vom Ergebnis kann beim nächsten Mal die Aktion nochmal besser gemacht oder noch schneller gelaufen werden.

 

Dieses Gefühl aus eigenen Kräften Probleme bewältigt zu haben macht den Sport aus und übertragt sich auf alle anderen Lebensbereiche der Kinder. Wir müssen lernen sie loszulassen, das Kind eigene Lösung allein finden zulassen und nur dann einzugreifen, wenn wirklich akute Gefahr droht.

Es sollen nicht nur Fußballer ausgebildet werden, sondern auch Persönlichkeiten, die Schwierigkeiten einschätzen und selbstbewusst meistern können. Diesen Rahmen können wir am Fußballplatz ideal bieten.

 

Für all dies müssen wir den Kindern Vertrauen und freie Räume schenken. Räume, um sich selbst zu finden und auszuprobieren. Genauso ist die Vermittlung von Sicherheit, jederzeit um Hilfe und Unterstützung fragen zu können wichtig zu vermitteln.
Der Wert unserer Kinder ändert sich nicht, nur weil sie etwas gut oder schlecht gemacht haben. Der Wert unserer Kinder ist immer maximal groß, wir bewerten lediglich deren Handlung/Aktionen und wollen diese verbessern.

Euer Jonas

Passend zu diesem Artikel ist auch die Meinungsbildung im Fußball in einem weiteren Kickersletter.

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